Freitag, 22. Mai 2015

Indianische Weisheit




Am Ende meines Weges ist ein tiefes Tal.
Ich werde nicht weiter wissen.
Ich werde mich niedersetzen und
verzweifelt sein.

Ein Vogel wird kommen und über das Tal
fliegen, und ich werde wünschen,
ein Vogel zu sein.

Eine Blume wird leuchten jenseits
des Abgrundes, und ich werde wünschen,
eine Blume zu sein.

Eine Wolke wird über den Himmel ziehen,
und ich werde eine Wolke sein wollen.

Ich werde mich selbst vergessen.
Dann wird mein Herz leicht werden
wie eine Feder, zart wie eine Margerite,
durchsichtig wie der Himmel.
Und wenn ich dann aufblicke,
wird das Tal nur ein kleiner Sprung sein
zwischen Zeit und Ewigkeit.


Indianische Weisheit


Donnerstag, 21. Mai 2015

Klogespräch



Klogespräch

Neulich saß ich beim Burger-King auf dem stillen Örtchen, als ich eine Stimme durch die Trennwand hörte: "Hi, wie gehts?"
Klo von 123gif.de

Normalerweise bin ich ja nicht der Typ, der auf Konversation im Herrenklo steht, aber trotzdem antwortete ich: "Schon okay, danke."

Und die Stimme sagte: "Was machst du gerade?"

Was für eine Frage? An diesem Ort? Ich dachte es wäre vielleicht unpassend in die Details zu gehen, und meinte: "Na ja. Das Übliche halt!"

Da fragte die Stimme plötzlich: "Kann ich für ne Weile rüberkommen?"

Völlig irritiert flüsterte ich: "Warum denn rüberkommen?"


Schien ein Perverser zu sein weil die Stimme antwortete: "Ich könnte es dir so richtig besorgen!"

Mich packte die Panik, ich sparte mir das Papier, zog schnellstens meine Hose hoch, stotterte ich hätte noch einen dringenden Termin und stürzte nach draußen.
Kurz vor der Tür hörte ich dann noch, wie der Typ sagte: "Hör zu, ich ruf später zurück, irgend ein Idiot quatscht mir ständig dazwischen..."

Mittwoch, 20. Mai 2015

Die Blume der Kaiserin


Die Blume der Kaiserin


Einst lebte im alten China ein junger Prinz, der zum Kaiser gekrönt werden sollte. Zuvor jedoch musste er heiraten,
weil es das Gesetz so vorschrieb. Da es darum ging, die künftige Kaiserin auszuwählen, musste der Prinz ein Mädchen finden, dem er blind vertrauen konnte.

Kao_Tsu

Dem Rat eines Weisen folgend, ließ er alle jungen Frauen der Gegend in seinem Palast zusammenrufen und sprach zu ihnen: „Ich werde jeder von euch einen Samen geben. Diejenige, die mir in sechs Monaten die schönste Blume bringt, wird die zukünftige Kaiserin von China sein.“

Disney Princess

Nun waren unter den geladenen jungen Frauen viele schöne und reiche zu finden, aber auch die Tochter des Palastgärtners, die den Prinzen schon viele Jahre heimlich liebte. Auch sie erhielt ein Samenkorn und ging glücklich damit nach Hause.


Jeden Tag hegte und pflegte sie nun das Korn, sorgte für Dünger, Wasser, stellte es ins Sonnenlicht und nährte es mit all ihrer Hingabe und Liebe, die sie für den Prinzen empfand.
Drei Monate vergingen, und nichts keimte. Die junge Frau versuchte alles, sprach mit vielen Gärtnern und Bauern, doch keiner der Ratschläge führte zum Erfolg. Ihre Liebe war indes so lebendig wie eh und je. Schließlich waren die sechs Monate vergangen und in ihrem Blumentopf war trotz all ihrer Bemühungen nichts gewachsen.

Garten Gif Datei

Am Tag der erneuten Audienz erschien die junge Frau mit ihrem Blumentopf ohne Pflanze und sah, dass die anderen Bewerberinnen großartige Ergebnisse erzielt hatten. Jede hatte eine Blume und eine war schöner als die andere.

Garten Gif Datei

Dann nahte der entscheidende Augenblick. Der Prinz kam herein und sah eine Bewerberin nach der anderen eindringlich an. Anschließend verkündete er das Ergebnis: Er zeigte auf die Tochter des Gärtners als seine zukünftige Frau.



Die anderen Frauen murrten und fragten, weshalb er denn ausgerechnet jene erwählt hatte, der es nicht gelungen war, eine Pflanze zu ziehen.

Da erklärte der Prinz ruhig seine Wahl: „Sie war die einzige, die eine Blume gezogen hat, die sie würdig macht, Kaiserin zu werden – die Blume der Ehrlichkeit. Alle Samen, die ich verteilt habe, waren unfruchtbar und konnten unmöglich Blumen hervorbringen.“




Dienstag, 19. Mai 2015

Gottvertrauen


GOTTVERTRAUEN


Drei Mönche sitzen in einem Boot und angeln.


Nach einer Weile gehen einem Mönch die Würmer aus. Er legt seine Angel zur Seite, schaut kurz zum Himmel, dann auf´s Wasser, zieht seine Kutte etwas hoch, steigt aus dem Boot, läuft über das Wasser zum Ufer, wo er sich einige Würmer holt, um dann zurück über das Wasser zum Boot zu laufen und weiter zu angeln.


Nach einer Weile gehen dem zweiten Mönch die Würmer aus. Auch er legt die Angel zur Seite, Blick zum Himmel, Blick auf´s Wasser, Kutte hoch, läuft über´s Wasser zum Ufer, holt Würmer, über das Wasser zurück zum Boot und angelt weiter.


Nach einer Weile gehen dem dritten Mönch die Würmer aus. Er legt die Angel zur Seite, blickt zum Himmel, dann auf´s Wasser, zieht seine Kutte etwas hoch, steigt aus dem Boot und versinkt wie ein Stein.



Meint der erste Mönch zum anderen: „ Gottvertrauen hat er ja,…“
„Ja, das hat er,“ meint der andere Mönch,“ aber er weiß leider nicht, wo die Pfähle stehen!“


Freitag, 15. Mai 2015

Dein Hund

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Dein Hund 
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Wenn alle Dich meiden und hassen,
ob mit oder ohne Geduld,
wird einer Dich niemals verlassen,
und das ist Dein treuer Hund.
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Und würdest Du ihn sogar schlagen,
ganz herzlos und ohne Verstand
er wird es geduldig ertragen
und leckt dafür noch Deine Hand.
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Nur Liebe und selbstlose Treue
hat er für Dich immer parat!
Er beweist es Dir täglich aufs Neue,
wie unsagbar gern er Dich hat.
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Nennst Du einen Hund Dein eigen,
wirst Du nie verlassen sein,
und solltest Du vor Einsamkeit schweigen,
bist Du doch niemals allein.
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Wird einst der Tod Dir erscheinen
und schlägt Dir die letzte Stund.
Wird einer bestimmt um Dich weinen
und das ist Dein treuer Hund.
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Drum schäm Dich nicht Deiner Tränen
wenn einmal Dein Hund von Dir geht!
Nur er ist, das will ich erwähnen
ein Wesen, das stets zu Dir steht.
 

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Autor unbekannt

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Donnerstag, 14. Mai 2015

Himmelfahrt



 Himmelfahrt
  Hinaufgefahren in den Himmel,
weg von dem irdischen Getümmel,
weg vom argen, großen Sündenpfuhl,
wieder zurück zum Regentenstuhl. 

So ist Jesus einst aufgefahren,
vorbei das mörderische Gebaren,
das er von uns einst erlitten hat,
zurück ist er nun zur Himmelsstadt.

Dank sei Dir, unser Herr Jesus Christ,
dass Du einst zu uns gekommen bist,
dass Du die Herrlichkeit verlassen
- wer kann das ganz und gar erfassen?

Wärst Du nicht hier zu uns gekommen:
Keine Vergebung – selbst bei Frommen!
Wärest Du nicht zum Kreuz gegangen,
wer könnte Rettung dann empfangen?

Hättest Du vorm Kreuzestod gesagt:
„Nein, ich werde hier zu sehr geplagt,
ich kehr jetzt zur Herrlichkeit zurück“,
dann gäb's keine Hoffnung – nicht ein Stück!

Doch Du verließest die Herrlichkeit,
warst zu der Demütigung bereit,
und wurdest gar selbst zum Opferlamm,
starbst für uns Sünder am Kreuzesstamm.

Nun sitzt Du wieder auf dem Herrscherthron,
wem gebührt auch sonst solch Ehr und Lohn?
Wer hätte außer Dir dieses Recht?
Nein, keiner, wir alle sind zu schlecht!

Kein Mensch ist so gänzlich rein wie Du, 
wir sind schlecht - sündigen immerzu.
Doch Deine Liebe ist auch hier zu sehn,
anstatt Deiner sollen WIR nun gehn:

Wir sollen nicht trachten nach Ruhm und Geld,
sondern DEIN WORT tragen in die Welt!
Dies war Dein letztes Wort gewesen,
so kann man in der Bibel lesen.

Drum soll erfahren die ganze Welt:
"Jesus ist der große Siegesheld,
Er kommt einst wieder in Herrlichkeit,
macht Euch für Jesus Kommen bereit!!!"  



 Autor: Rainer Jetzschmann, 2010

Mittwoch, 13. Mai 2015

Werde keine graue Maus!




Werde keine graue Maus!

Es ist schon recht lange her, da gab es überall auf der Welt bunte Mäuse. Sie waren rot oder blau, gelb oder grün, rosa oder violett. Manche Mäuse waren sogar bunt getupft oder gestreift. Durch die Farbe ihres Felles verständigten sie sich. Sie zeigten einander damit, was sie besonders gut konnten und womit sie den anderen helfen wollten. „Wir“, erklärten die roten Mäuse, „sind schnell und stark. Wir helfen überall da, wo starke Mäusearme oder flinke Mäusebeine vonnöten sind.“
„Wenn jemand Rat sucht oder etwas Schwieriges wissen will, sind wir zur Stelle“, boten sich die grünen Mäuse an. „Wir sind nämlich sehr klug und möchten mit unserem Wissen anderen helfen.“ „Hast du Langeweile oder schlechte Laune, dann wende dich an uns ließen die gelben Mäuse wissen. „Wir kennen die besten Mäusewitze und die tollsten und wildesten Mäusespiele. Mit uns erlebst du die lustigsten Abenteuer.“
„Wir möchten einfach für dich da sein“, sagten die rosa Mäuse. „Wir sind ruhig, zärtlich und verständnisvoll. Wir leisten dir Gesellschaft, wenn du einsam bist, und hören dir zu, wenn du dich aussprechen willst. Wir nehmen dich in die Arme und trösten dich, wenn du traurig bist.“
Da nun die meisten Mäuse nicht nur eine Stärke hatten, sondern mehrere, waren ihre Felle recht farbenfroh. Und wenn sich ihre Fähigkeiten änderten, konnten sie auch die Farbe ihres Felles wechseln. Das war für die Mäuse kein Problem. Sie mussten sich nur fest konzentrieren und ehrlich vor sich selbst sein. Damit die anderen sofort wussten, was los war, veränderten alle Mäuse häufig die Farbe ihres Felles. So herrschte eine offene und ehrliche Atmosphäre. Sie lebten glücklich und zufrieden in ihrer bunten Mäusewelt.
Halt, da habe ich etwas übertrieben!
Es gab doch ein paar Mäuse, denen die offene Art der anderen nicht gefiel: Das waren die Grauen! Sie wechselten nie ihre Farbe, zeigten nie ihre Stärken und waren nicht bereit, ihre Fähigkeiten für andere einzusetzen. Sie verstanden es meisterhaft, sich hinter ihrem grauen Fell, einem gleichgültigen Lächeln und nichtssagenden Sprüchen zu verstecken.
Die offene und ehrliche Art der anderen Mäuse machte den Grauen Angst. Darum zogen sie los, um für eine graue Mäusewelt zu kämpfen. „Wenn du ausgelassen bist“, sagten sie zu den fröhlichen Gelben, „halten dich alle für albern und dumm. Versteck deine Freude lieber hinter einem unauffälligen Grau, bevor du dich noch blamierst!“ —„Wenn du dich stark und mutig fühlst, dann zeig das niemandem“, rieten sie den starken Roten, „sonst halten dich alle für einen Angeber: Mit einem schlichten Grau fällst du niemals unangenehm auf. —„Wenn du dich um andere sorgst und dich um sie kümmerst, wirst du bald von allen ausgenutzt, warnten sie die verständnisvollen Rosafarbenen. „Mit einem schützenden Grau sparst du viel Zeit für dich. —„Wenn du den anderen zeigst, wie viel du weißt, halten dich alle für einen eingebildeten Streber“, erklärten sie den klugen Grünen. „Durch ein mattes Grau hältst du dir die anderen vom Leib und kannst dich in Ruhe weiterbilden.“

So zogen die Grauen von Maus zu Maus. Und da sie gelernt hatten, sich gewandt auszudrücken, konnten sie eine Maus nach der anderen davon überzeugen, die bunten Farben ab – und dafür das eintönige Grau anzulegen. Schließlich gab es fast nur noch graue Mäuse. Dadurch veränderte sich die Mäusewelt völlig: Kaum eine Maus wagte es noch, offen ihre Stärke zu zeigen, kaum eine setzte noch ihre Fähigkeiten für ihre Mitmäuse ein. Fast alle speisten ihre Mitmäuse mit freundlichen, nichtssagenden Sprüchen ab und kümmerten sich nur noch um sich und ihren eigenen Vorteil. Eine jede hatte Angst vor ihren Mitmäusen, da sie nicht mehr wusste, wo sie mit ihnen dran war. Und so ist das bis heute geblieben: Fast alle Mäuse sind ängstlich und grau.
Übrigens: Die Grauen haben ihre Mission noch nicht beendet.
Inzwischen ziehen sie als Menschen verkleidet durch unsere Welt und versuchen, die anderen davon zu überzeugen, dass es besser ist, zuerst an sich selbst zu denken und sich hinter einem gleichgültigen Lächeln und ein paar nichtssagenden Sprüchen zu verstecken, als seine Stärken und Fähigkeiten für die anderen einzusetzen.
Die Grauen sind fast überall dort zu finden, wo Menschen zusammenleben.
Ich bitte dich, lass dich nicht von ihnen überreden, sei keine graue Maus!


Uwe Nachtwey