Montag, 11. Mai 2015

Kein Märchen vom Alkohol


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Kein Märchen vom Alkohol
 

Indianermärchen 


Es war einmal ein Mann, der hatte seine Frau sehr lieb. Aber er war sehr dem Alkohol zugetan und oft betrunken, und er trank immer mehr. Seine Frau sagte zu ihm: "Hör damit auf, wir lieben dich, dein Sohn und ich! Du tötest dich mit dem Alkohol, aber vorher tötest du uns damit." Doch der Mann hörte nicht auf sie, wurde nur wütend und sagte zu seiner Frau: "Was hast du mir zu predigen, halt den Mund!" Dann begann er auch, seine liebe Frau zu schlagen. Das Kind weinte vor Angst. Da wurde er noch wütender und schlug auch seinen Sohn. Er war so oft betrunken, dass er sich selbst schämte und damit aufhören wollte, weil die Liebe zu seiner Frau doch sehr groß war. Aber der Alkohol war stärker, und es gelang ihm nicht, damit aufzuhören. Plötzlich aber starb seine Frau. Die Ärzte sagten ihm, dass eine Herzkrankheit schuld daran gewesen sei. Aber er wusste genau, sie war an Traurigkeit gestorben. Um seinen Kummer über den Tod seiner lieben Frau zu vergessen, begann er noch mehr zu trinken. Viele Flaschen Alkohol, volle und leere, lagen im Haus herum. Wenn er betrunken war, hat er seine Frau gesehen und laut mit ihr gesprochen. Das Kind macht dann immer große Augen und wollte ebenfalls seine Mutter sehen. So fragte es : "Vater, wo ist sie? Ich möchte, dass sie mich umarmt und küsst, wo ist sie?" Dann schrie der betrunkene Mann sein Kind an: "Siehst du sie nicht, da vorn, du Dummkopf, da steht sie doch! Geh hin, damit sie dich küsst und umarmt!" Aber das Kind konnte seine Mutter nicht sehen, begriff den Vater nicht und war verwirrt, verängstigt und traurig.
Irgendwann, als der Mann von der Arbeit zurückkam und schon wieder zu einer Flasche Alkohol greifen wollte, sah er seinen Sohn auf dem Boden liegen. Er stieß ihn ab; da ist das Kind aufgesprungen und hat gelacht und unsinniges Zeug geredet, und seine Augen haben wie Irrlichter gefunkelt. Der Vater schimpfte mit ihm: " Was machst du denn da, bist du verrückt geworden, oder soll ich einen Arzt holen?" Dann merkte er, dass seine Flasche leer und das Kind betrunken war, und brüllte los: "Du bist besoffen, ich werd´s dir zeigen, das machst du nie wieder, ich schlage dich tot!" Und er nahm seinen Gürtel ab, um damit das Kind zu verprügeln. Der Junge kam schnell zu Sinnen und schrie voller Angst: "Vater, ich wollte doch nur Mutter sehen, wie du sie siehst, wenn du getrunken hast! Warum willst du mich schlagen, nur weil ich euch beide so lieb habe?" Da erschrak der Mann tief in seinem Herzen und dacht: Ich habe mein Frau getötet und hätte nun beinahe meinen Sohn erschlagen. Ich habe meine Frau geliebt und liebe meinen Sohn. Ich bin doch kein schlechter Mensch. Ich werde nicht mehr trinken! Der Mann hat sich daran gehalten. Wenn man ihn zu einem Glas Schnaps einlud, hat er abgelehnt und ist nach Hause gegangen zu seinem Sohn, weil er immer daran denken musste, dass er wegen des Alkohols fast alles zerstört hätte, was ihm lieb und teuer war.
 










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Sonntag, 10. Mai 2015

Fabel von den Fröschen




Fabel von den Fröschen
Frosch

Eines Tages entschieden die Frösche, einen Wettlauf zu veranstalten. Um es besonders schwierig zu machen, legten sie als Ziel fest, auf den höchsten Punkt eines großen Turms zu gelangen.
Am Tag des Wettlaufs versammelten sich viele andere Frösche, um zuzusehen.
Dann endlich – der Wettlauf begann.
Nun war es so, dass keiner der zuschauenden Frösche wirklich glaubte, dass auch nur ein einziger der teilnehmenden Frösche tatsächlich das Ziel erreichen könne. Statt die Läufer anzufeuern, riefen sie also "Oje, die Armen! Sie werden es nie schaffen!" oder "Das ist einfach unmöglich!" oder "Das schafft Ihr nie!"
Und wirklich schien es, als sollte das Publikum Recht behalten, denn nach und nach gaben immer mehr Frösche auf.
Das Publikum schrie weiter: "Oje, die Armen! Sie werden es nie schaffen!"
Und wirklich gaben bald alle Frösche auf – alle, bis auf einen einzigen, der unverdrossen an dem steilen Turm hinaufkletterte – und als einziger das Ziel erreichte.
Die Zuschauerfrösche waren vollkommen verdattert und alle wollten von ihm wissen, wie das möglich war.
Einer der anderen Teilnehmerfrösche näherte sich ihm, um zu fragen, wie er es geschafft hätte, den Wettlauf zu gewinnen.
Und da merkten sie erst, dass dieser Frosch taub war!

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Verfasser unbekannt

Samstag, 9. Mai 2015

Der Terrier von Edinburgh





Der Terrier von Edinburgh 


Eine rührende, wahre Geschichte über die Liebe eines Hundes...

Auf einem öffentlichem Platz in Edinburgh, bekannt als Greyfriar Square, befindet sich eine Statue, die von den Einwohnern als Erinnerung und Würdigung für einen kleinen Terrier namens Bobby errichtet wurde. Der Anlaß für dieses Denkmal war, dass die Einwohner der Stadt von diesem kleinen Hund eine große und wichtige Lehre erhalten haben.

Bobby, der schottische Terrier, hatte keinen Besitzer. Wie es häufig bei streunenden Hunden vorkommt, wurde auch er sehr schlecht behandelt und er musste die Abfälle durchstöbern, um überhaupt etwas zu fressen zu bekommen. Aber es ergab sich, dass in der Stadt ein sterbender alter Mann namens Jock lebte. In diesen letzten Tagen seines Lebens erkannte der alte Mann die Not des armen kleinen Hundes. Er konnte zwar nicht viel für ihn tun, aber er kaufte dem kleinen Kerl eines Abends im nächstgelegenen Restaurant eine Mahlzeit. Nichts Besonderes, nur ein paar Reste. Doch das Ausmaß der Dankbarkeit des kleinen Bobbys war überwältigend.

Bald darauf starb Jock. Als die Trauernden seinen Körper zu Grabe trugen, folgte ihnen der Terrier. Die Totengräber versuchten, ihn davonzujagen, und warfen sogar mit Steinen nach ihm. Doch der Hund behauptete unerschütterlich seine Stellung. Von diesem Tage an, für nicht weniger als vierzehn Jahre, ehrte der kleine Bobby die Erinnerung an den einzigen Menschen, der gütig zu ihm gewesen war.

Tag und Nacht, bei schweren Winterstürmen und an heißen Sommertagen, harrte er bei dem Grab aus. Er verließ die Grabstätte nur für einen kurzen Ausflug am Nachmittag zu jenem Restaurant, in dem er einst Jock getroffen hatte, in der Hoffnung auf ein paar Abfälle. Alles, was er bekam, trug er feierlich zurück zum Grab, um es dort zu fressen.

Im ersten Winter hatte Bobby fast keinen Schutz, so dass er bei tiefem Schnee unter die Grabsteine kroch. Als der nächste Winter hereinbrach, waren die Dorfbewohner so gerührt von seinem tapferen und einsamen Ausharren, dass sie ihm einen kleinen Verschlag errichteten.

Vierzehn Jahre später, als der kleine Bobby starb, begruben sie ihn dort, wo sie ihn fanden – neben seinem Freund, den er nie vergessen hatte. 




Freitag, 8. Mai 2015

Das Glück des Tüchtigen








Das Glück des Tüchtigen


Eines Tages empfand das Glück tiefes Unglück. Betrübt saß es auf einem Stein, sich die Frage stellend: „Warum darf ich nie lange bei jemandem bleiben? Kaum bin ich wo gelandet, muss ich schon wieder weg, oft noch bevor dieser jemand bemerkt hat, dass ich da war.“ Mit nach unten gezogenen Mundwinkeln saß es auf einem Stein und malte Fragezeichen in den Kies.

Da kam die Zufriedenheit vorbei, milde lächelnd wie immer. „Hallo Glück“, sagte sie sanft, „was ist denn mit dir los?“ Das Glück runzelte die Stirn, Widerwille verspürend, sich erklären zu müssen. Aber dann brach es doch aus ihm heraus: „Immer muss ich gleich wieder verschwinden. Gestern zum Beispiel war ich bei einer jungen Frau, die seit Tagen um ihren Sohn gezittert hatte. Der kleine Junge war wegen eines Tumors am Kopf operiert worden und dann stand endlich fest, dass das Gewächs nicht bösartig war. Ihr Herz schlug Purzelbäume, sie konnte nicht mehr zwischen Lachen oder Weinen unterscheiden und sah schöner aus als alle Schönheitsköniginnen zusammen. Heute Morgen erklärte ihr ihr Chef, er müsse ihr kündigen, er könne keine Teilzeitkraft gebrauchen, die sich ständig Pflegeurlaub nimmt. Also habe ich mich wieder abflugbereit gemacht. Und jetzt streike ich. Warum konnte ich nicht wenigstens drei Tage bei ihr bleiben?“

Die Zufriedenheit blickte in das unzufriedene Gesicht des Glücks. Sie verstand seinen Frust, erging es ihr doch genauso. Eine Weile saßen sie schweigend nebeneinander. Langsam ging die Sonne unter und verwischte mit ihrer rosigen Wärme die scharfen Konturen der Welt. Dann sagte die Zufriedenheit: „Weil du das Glück bist und keine Gewohnheit.“ Je dunkler es wurde, umso mehr leuchtete das dem Glück ein.


© Andrea Heitz


Donnerstag, 7. Mai 2015

Was ist das Leben ?

  

Was ist das Leben ?

An einem schönen Sommertag war um die Mittagszeit tiefe Stille im Wald eingetreten.
Die Vögel hatten ihre Köpfe unter die Flügel gesteckt und alles ruhte.

Da hob plötzlich der Buchfink sein Köpfchen und fragte: „Was ist eigentlich das Leben?“
Alle waren betroffen über diese schwere Frage.
 Rose Gif Animated gifs flowers roses

Eine Rose entfaltete gerade ihre Knospe und schob behutsam ein Blatt ums andere heraus. Sie sprach: “Das Leben ist Entwicklung.“
Schmetterling bilder
Weniger tief veranlagt war der Schmetterling. Lustig flog er von einer Blüte zur anderen, naschte bald da, bald dort und sagte: “Das Leben ist lauter Freude und Sonnenschein.“

Drunten am Boden schleppte sich eine Ameise mit einem Strohhalm ab, der zehnmal länger war als sie selbst und seufzte: “Das Leben ist nichts als Mühe und Arbeit.“

Geschäftig kam eine Biene dazu und meinte: “Das Leben ist ein Wechsel von Arbeit und Vergnügen.“

Der Maulwurf steckte seinen Kopf aus der Erde und meinte: “Das Leben ist ein Kampf im Dunkeln“.

Der Streit hätte wohl noch länger gedauert, hätte nicht ein feiner Regen eingesetzt, der sagte: „Das Leben besteht aus Tränen, nichts als Tränen.“
animierte Grafik eines fliegenden Adlers

Hoch über ihnen zog majestätisch ein Adler seine Kreise, der frohlockte: “Das Leben ist ein Streben nach oben.“

Nicht weit davon entfernt stand eine Weide, die hatte der Sturm schon zur Seite geneigt. Sie sprach: “Das Leben ist ein Sich-neigen unter eine höhere Macht.“
Eule Gif und Cliparts
Dann kam die Nacht. In lautlosem Flug glitt ein Uhu durch das Geäst des Waldes und krächzte: “Das Leben heißt, die Gelegenheit nutzen, wenn die anderen schlafen.“
Schließlich wurde es still im Walde.

Da ging ein Mann durch den Wald, er kam von einem Fest und sagte vor sich hin: “Das Leben ist ein ständiges Suchen nach Glück und eine Kette von Enttäuschungen.“

Nach der langen Nacht flammte auf einmal die Morgenröte in ihrer vollen Pracht auf und sprach: “Wie ich, die Morgenröte, der Beginn des kommenden Tages bin, so ist das Leben der Anbruch der Ewigkeit.“

schwedisches Märchen


Mittwoch, 6. Mai 2015

Hundeaugen



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Hundeaugen 


Hundeaugen, wunderschön,
seh'n dich strahlend an.
Sagen: 'Woll'n spazieren gehen,
komm, zieh dich schon an!'

Leuchten, wenn du kommst nach Hause,
liebend schau'n sie hoch zu dir.
Schwänzchen wedeln, Bäuchlein kraulen!
'Bitte bleib doch jetzt bei mir!'

Manchmal können sie auch sagen:
'Habe etwas angestellt...
Sei mir bitte nicht mehr böse,
mach sie wieder heil, die Welt!'

Könnte man denn solchen Augen
ernsthaft wirklich böse sein?
Ist doch dieses kleine Wesen
unser ganzer Sonnenschein
 

(Autor unbekannt)





Tiere Hunde Augen


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Dienstag, 5. Mai 2015

Die Geschichte von der Blume und dem Bach



Die Geschichte von der Blume und dem Bach


In einem Land weit hinter dem Horizont lebte einst eine wunderschöne Blume.
Diese Blume hatte ganz besondere Eigenschaften:

Ihre Blätter zeigten sich immer in einem satten Grün und ihre wundervollen Blüten verwelkten nie und sie konnte, wenn sie wollte, ihren Standort beliebig wechseln.
Wenn sie ihre Augen schloss, ganz tief in sich ruhte und ganz intensiv an den Ort dachte, an dem sie sein wollte, dann dauerte es keine fünf Minuten und sie befand sich dort.


Sie hatte eigentlich alles, was man sich nur wünschen kann,
allerdings fühlte sie sich einsam.

Eines Tages aber verliebte sie sich in das Wasser eines vorbeirauschenden Baches und weil die beiden sich gut verstanden, wurden sie gute Freunde.
Die Blume brachte immer mehr Blüten hervor, man sah ihr an, dass sie verliebt war, und die Menschen kamen von weit her angereist, um die Blume mit ihrem satten Grün und dem Meer an Blüten zu bewundern.
Dass die Blume verliebt war, das spürten die Menschen, denn von der Blume ging ein wundervoller Duft aus. Denn so wie beim Menschen, wenn er verliebt ist, die Hormone verrückt spielen, so strömen die Blumen ihre wohlriechenden Düfte aus, wenn sie verliebt sind.


Auch das Wasser, das täglich an der Blume vorüberrauschte, entwickelte tiefe Gefühle für die Blume. Es verstrichen Tage, ja sogar Monate, bis die Blume sich ein Herz fasste und den Mut entwickelte, dem Wasser seine Liebe zu gestehen und so sprach sie voller Inbrunst zu dem Wasser: „ICH LIEBE DICH!“ Und das Wasser antwortete mit einem feinen Lächeln: „ICH LIEBE DICH AUCH!“
In den kommenden Wochen und Monaten sagte die Blume regelmäßig zu dem Wasser: „ICH LIEBE DICH“ und ebenso regelmäßig antwortete das Wasser:
„ICH DICH AUCH!“


Einige Zeit später wurde die Blume sehr krank , das Grün ihrer Blätter verfärbte sich, ihr Blüten verwelkten und kein betörender Duft umfing sie mehr. Es dauerte gar nicht lange und sie wurde bettlägerig und schließlich war sie so krank, dass sie dem Sterben nahe war.


Angestrengt und mit ihren letzten Kräften und wohl wissend, dass sie nun sterben würde, flüsterte sie dem Wasser ein letztes Mal zu: "ICH LIEBE DICH WIRKLICH!"
Das berührte das Wasser tief in seinem Herzen und es rief einen Arzt zur Hilfe.
Der Arzt kam und untersuchte die Blume und schließlich sagte er dem Wasser, dass er für die Blume nichts mehr tun könne und sie jeden Moment sterben könne.
Der Wasser fragte tief traurig, was die Blume denn für eine schreckliche Krankheit habe. Der Arzt antwortete: "Die Blume hat keine Krankheit, sie ist einfach verdurstet , Du hast ihr kein Wasser zu Trinken gegeben."

In dem Augenblick wurde dem Wasser klar, dass ein dahingehauchtes „ICH LIEBE DICH!“ nicht ausreicht, dass die Liebe nicht nur aus Worten, sondern vor allem aus Taten besteht.“

Verfasser unbekannt