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Montag, 22. Juni 2015

Es interessiert mich nicht...



  


 


 

 

Es interessiert mich nicht





Es interessiert mich nicht, womit Du Deinen Lebensunterhalt verdienst. 
Ich möchte wissen, wonach Du innerlich schreist
und ob Du zu träumen wagst, der Sehnsucht Deines Herzens zu begegnen.

Es interessiert mich nicht, wie alt Du bist. Ich will wissen, ob Du es riskierst, wie ein Narr auszusehen, um Deiner Liebe willen,
um Deiner Träume willen und für das Abenteuer des Lebendigseins.

Es interessiert mich nicht, welche Planeten im Quadrat zu Deinem Mond stehen. Ich will wissen, ob Du den tiefsten Punkt Deines eigenen Leids berührt hast, ob Du geöffnet worden bist von all dem Verrat,
oder ob Du verschlossen bist aus Angst vor weiterer Qual.
Ich will wissen, ob Du mit dem Schmerz - meinem oder Deinem - dasitzen kannst, ohne zu versuchen,
ihn zu verbergen oder zu mindern oder ihn zu beseitigen.
Ich will wissen, ob Du mit der Freude - meiner oder Deiner - dasein kannst,
ob Du mit Wildheit tanzen und Dich von der Ekstase erfüllen lassen kannst, von den Fingerspitzen bis zu den Zehenspitzen,
ohne uns zur Vorsicht zu ermahnen, zur Vernunft oder die Grenzen des Menschseins zu bedenken.

Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die Du erzählst, wahr ist. Ich will wissen, ob Du jemanden enttäuschen kannst, um Dir selber treu zu sein.
Ob Du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst und nicht Deine eigene Seele verrätst.
Ich will wissen, ob Du vertrauensvoll sein kannst und von daher vertrauenswürdig.
Ich will wissen, ob Du Schönheit sehen kannst, auch wenn es nicht jeden Tag schön ist
und ob Du Dein Leben aus Gottes Gegenwart speisen kannst.
Ich will wissen, ob Du mit dem Scheitern - meinem und Deinem - leben kannst
und trotz allem am Rande des Sees stehen bleibst und zu dem Silber des Vollmondes rufst: "Ja!"

Es interessiert mich nicht, zu erfahren, wo Du lebst und wieviel Geld Du hast. Ich will wissen, ob Du aufstehen kannst nach einer Nacht der Trauer und der Verzweiflung,
erschöpft und bis auf die Knochen zerschlagen, und tust, was für Deine Kinder getan werden muss.

Es interessiert mich nicht, wer Du bist und wie Du hergekommen bist.
Ich will wissen, ob Du mit mir in der Mitte des Feuers stehen wirst und nicht zurückschreckst.

Es interessiert mich nicht, wo oder was oder mit wem Du gelernt hast. Ich will wissen, was Dich von innen hält, wenn sonst alles wegfällt.
Ich will wissen, ob Du allein sein kannst und in den leeren Momenten wirklich gerne mit Dir zusammen bist.

Oriah Mountain Dreamer



Mittwoch, 3. Juni 2015

Gebet der Sioux

Gebet der Sioux


Großer Geist, dessen Stimme ich in den Winden vernehme, 
und dessen Atem der ganzen Welt Leben spendet - erhöre mich! 
Ich trete vor dein Angesicht als eines Deiner vielen Kinder. 
Siehe, ich bin klein und schwach, 
ich brauche deine Kraft und Weisheit. 
Laß mich in Schönheit wandeln und 
meine Augen immer den purpurroten Sonnenuntergang schauen. 
Mögen meine Hände die Dinge achten, die Du geschaffen hast, 
und meine Ohren deine Stimme hören. 
Mache mich weise, 
damit ich die Dinge erkennen kann, 
die Du meinem Volk gelehrt hast, 
die Lehre, die Du in jedem Blatt und in 
jedem Felsen verborgen hast. 
Ich sehne mich nach Kraft, 
nicht, 
um meinen Brüdern überlegen zu sein, 
sondern um meinen größten Feind - mich selbst - 
bekämpfen zu können. 
Mache mich stets bereit, 
mit reinen Händen und aufrichtigen Augen 
zu Dir zu kommen, 
damit mein Geist, wenn das Leben wie 
die untergehende Sonne entschwindet, 
zu Dir gelangen kann - 
ohne mich schämen zu müssen.

 

Freitag, 29. Mai 2015

Die Geschichte vom Indianer und der Grille



Die Geschichte vom Indianer und der Grille


Ein Indianer, der in einem Reservat weit von der nächsten Stadt entfernt wohnte, besuchte das erste mal seinen weißen Bruder in der großen Metropole.
Er war sehr verwirrt vom vielen Lärm, von der Hektik und vom Gestank in den Straßenschluchten. Als sie nun durch die Einkaufsstrasse mit den großen Schaufenstern spazierten, blieb der Indianer plötzlich stehen und horchte auf. "Was hast du", fragte ihn sein Freund. "Ich höre irgendwo eine Grille zirpen", antwortete der Indianer.


"Das ist unmöglich", lachte der Weiße. "Erstens gibt es hier in der Stadt keine Grillen und zweitens würde ihr Geräusch in diesem Lärm untergehen." Der Indianer ließ sich jedoch nicht beirren und folgte dem Zirpen. Sie kamen zu einem älteren Haus dessen Wand ganz mit Efeu überwachsen war. Der Indianer teilte die Blätter und tatsächlich: Da saß eine große Grille. "Ihr Indianer habt eben einfach ein viel besseres Gehör", sagte der Weiße im weitergehen. "Unsinn", erwiderte sein Freund vom Land. "Ich werde Dir das Gegenteil beweisen".


Er nahm eine kleine Münze aus seiner Tasche und warf sie auf den Boden. Ein leises "Pling" ließ sich vernehmen. Selbst einige Passanten, die mehr als zehn Meter entfernt standen, drehten sich augenblicklich um und schauten in die Richtung, aus der sie das Geräusch gehört hatten. "Siehst Du mein Freund, es liegt nicht am Gehör.

Was wir wahrnehmen können oder nicht liegt ausschließlich an der Richtung unserer Aufmerksamkeit.


Sonntag, 24. Mai 2015

Indianerweisheit



Wenn ein Mensch etwas vollbringt,
das alle in Erstaunen versetzt,
dann sagt man,
es ist wunderbar.
Aber wenn wir den Wechsel von Tag und Nacht beobachten,
 die Sonne, den Mond und die Sterne am Himmel
 und die Abfolge der Jahreszeiten auf der Erde verfolgen,
die die Früchte reifen lässt,
dann muss jedem klar werden,
dass dies das Werk eines Wesens ist,
das grösser ist als der Mensch.


Indianerweisheit

Freitag, 22. Mai 2015

Indianische Weisheit




Am Ende meines Weges ist ein tiefes Tal.
Ich werde nicht weiter wissen.
Ich werde mich niedersetzen und
verzweifelt sein.

Ein Vogel wird kommen und über das Tal
fliegen, und ich werde wünschen,
ein Vogel zu sein.

Eine Blume wird leuchten jenseits
des Abgrundes, und ich werde wünschen,
eine Blume zu sein.

Eine Wolke wird über den Himmel ziehen,
und ich werde eine Wolke sein wollen.

Ich werde mich selbst vergessen.
Dann wird mein Herz leicht werden
wie eine Feder, zart wie eine Margerite,
durchsichtig wie der Himmel.
Und wenn ich dann aufblicke,
wird das Tal nur ein kleiner Sprung sein
zwischen Zeit und Ewigkeit.


Indianische Weisheit